XX. Die Innere Wirklichkeit


aus dem Buch „Der Innere Blick“

  1. Vergegenwärtige dir meine Betrachtungen. In ihnen sollst du nichts Anderes als sinnbildliche Erscheinungen und Landschaften der äußeren Welt intuitiv erfassen. Doch es gibt in ihnen auch wirkliche Beschreibungen der geistigen Welt.

  2. Genauso wenig solltest du glauben, dass die „Orte“, die du auf deiner Reise durchläufst, irgendeine Art von unabhängigem Dasein hätten. Solch eine Verwechslung hat oft tiefe Lehren verdunkelt, und noch heute glauben manche Menschen daran, dass Himmel, Hölle, Engel, Dämonen, Ungeheuer, verwunschene Schlösser, ferne Städte und dergleichen eine sichtbare Wirklichkeit für die „Erleuchteten“ darstellten. Im selben Vorurteil, jedoch im umgekehrten Sinne, waren die Skeptiker gefangen, die fern der Weisheit diese Dinge schlichtweg für Illusionen oder Halluzinationen fiebriger Gehirne hielten.

  3. Ich muss also wiederholen, dass du bei allem Gesagten folgendes verstehen musst: Es handelt sich um wirkliche geistige Zustände, auch wenn sie durch Gegenstände der äußeren Welt symbolisiert wurden.

  4. Denke gut über das Gesagte nach und lerne, die Wahrheit hinter den Allegorien zu entdecken. Diese können zwar zuweilen den Geist ablenken, doch übersetzen sie manchmal Wirklichkeiten, die ohne bildliche Darstellung unbegreiflich blieben.

Wann immer die Rede von den Städten der Götter war, zu denen zahlreiche Helden verschiedenster Völker gelangen wollten, wann immer die Rede von Paradiesen war, in denen Götter und Menschen in ihrer ursprünglichen, verklärten Natur zusammenlebten, wann immer die Rede von Stürzen und Sintfluten war, wurde eine große innere Wahrheit ausgesprochen. Später brachten uns die Erlöser ihre Botschaften und kamen zu uns in ihrer Doppelnatur, um die verlorene und lang ersehnte Einheit wieder herzustellen. Auch da wurde eine große innere Wahrheit ausgesprochen. Wenn aber über all das gesprochen wurde und man es außerhalb des Geistes ansiedelte, so wurde ein Fehler gemacht oder es wurde gelogen.

Und wenn umgekehrt die äußere Welt mit dem inneren Blick verwechselt wird, zwingt sie ihn, neue Wege zu beschreiten. Und so fliegt heute der Held dieses Zeitalters zu den Sternen. Er fliegt durch Gegenden, die zuvor unbekannt waren. Er fliegt aus seiner Welt hinaus, und wird, ohne es zu wissen, zum inneren und leuchtenden Zentrum hin getrieben.


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