VI. Traum und Erwachen


Der vierte Tag:

  1. Was ich im Schlaf sehe, kann ich nicht als wirklich annehmen; auch nicht das, was ich im Halbschlaf sehe und ebenso wenig, was ich im Wachzustand, aber tagträumend, sehe.

  2. Als wirklich kann ich nur das annehmen, was ich im Wachzustand, ohne zu träumen, sehe. Hiermit ist nicht das gemeint, was meine Sinne wahrnehmen, sondern die Tätigkeiten meines Geistes, die sich auf gedanklich verarbeitete „Informationen“ beziehen. Denn die „Informationen“, die durch die äußeren und inneren Sinne sowie durch das Gedächtnis übermittelt werden, sind naiv und zweifelhaft. Was fest steht, ist, dass mein Geist weiß, wenn er wach ist, und glaubt, wenn er schläft. Nur selten nehme ich die Wirklichkeit auf eine neue Art wahr, und dann begreife ich, dass das unter normalen Umständen Gesehene dem Schlaf oder dem Halbschlaf ähnelt.

Es gibt eine wirkliche Art, wach zu sein: Die nämlich, die mir den Anstoß gab, über all das bisher Gesagte tief nachzusinnen. Sie hat mir außerdem die Tür geöffnet, den Sinn alles Existierenden zu entdecken.


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