Der Grundsatz der Anpassung


"Wenn man sich der Entwicklung der Dinge entgegenstellt, geht man gegen sich selbst vor.”

Dieser Grundsatz bekräftigt, sollte man im Vorhinein den Ausgang eines Ereignisses bereits kennen, dann liegt die richtige Haltung darin, diesen so gut als möglich zu akzeptieren und zu versuchen auch aus den Nachteilen einen Gewinn zu ziehen.

Wenn wir Augenblicke unseres Lebens untersuchen, wo wir diesen Grundsatz noch nicht kannten und deshalb entgegengesetzt handelten, wird sich für uns die Bedeutung dieses Grundsatzes schnell erhellen. Es ist noch viel interessanter, wenn wir uns Gedanken über den Augenblick machen, in dem wir jetzt leben und die Konsequenzen studieren, die das Leiden uns und unseren Nächsten bringt, falls wir diesen Grundsatz nicht berücksichtigen.

Wir wollen damit sagen, Dinge, denen wir uns nicht widersetzen sollten, sind Dinge, die einen unausweichlichen Charakter haben. Wenn der Mensch, zum Beispiel, geglaubt hätte Krankheiten seien nicht zu vermeiden, dann könnte die Medizin niemals Fortschritte verzeichnen. Aufgrund der Notwendigkeit Probleme lösen zu müssen und der Möglichkeit dies tun zu können, entwickelt sich die Menschheit weiter.  

Dieser Grundsatz wird durch folgende Fabel erläutert:

In einer Lagune lebte eine Schildkröte mit dem Namen „Nacken-Schildkröte“. Sie hatte zwei Wildgänse als Freunde. Nun kam eine zwölfjährige Trockenperiode, die beide Wildgänse einen Entschluss fassen ließ. „Diese Lagune wird austrocknen. Wir müssen uns eine andere Wasserstelle suchen. Aber wir werden uns vorher von unserer Freundin „Nacken-Schildkröte“ verabschieden müssen.
Als sie dies taten, sagte die Schildkröte:
„Ich bin hier zu Hause und ich kann immer Wasser finden, aber ihr bekämt bestimmt nie genug, darum kann ich eure Abreise gut verstehen. Aber allein wird mir das Leben zu langweilig. Also gehen wir am besten zusammen.“

„Du hast aber keine Flügel und so können wir dich nicht mitnehmen.“
„Da kenne ich einen Weg“ fuhr die Schildkröte fort,. „Bringt mir einen Holzstock“
Die Gänse taten dies und die Schildkröte hielt sich in der Mitte des Stockes mit ihren Zähnen fest und sagte:

„Jetzt haltet den Stock mit euren Schnäbeln fest und steigt gleichzeitig hoch, schwebt gleichmäßig in die Höhe, bis wir einen Ort entdecken, an dem wir alle drei zusammen leben können.“

„Es gibt zwei Probleme bei diesem schönen Plan. Erst einmal hast du keinen Grund woanders hinzugehen, während es für uns eine Sache von Leben und Tod ist. Der Stock und dein Gewicht würden unseren Flug und somit auch dich enorm gefährden. Wenn du auch noch - Macht deiner Gewohnheit- anfangen würdest zu sprechen, wirst du dein Leben verlieren.“

„Oh“, sagte die Schildkröte, „aber ihr braucht Wasser und ich jemandem zum Reden, also befinden wir uns in der gleichen Lage. Was das Reden angeht, so werde ich versprechen zu schweigen: ich werde still sein, solange wir in der Luft sind.

Die Freunde führten also den Plan aus, aber während sie die Schildkröte in mühevollem  Flug über die benachbarte Stadt trugen, wurden sie vom Volk bemerkt. Ein verwirrtes Gemurmel drang nach oben, als einige fragten: „Welches wagenähnliche Ding wird dort von zwei Vögeln durch die Luft getragen? Vielleicht ein Maharadscha oder ein ähnlich mächtiges Wesen“.

Die Schildkröte erinnerte sich an die Steine, die Kinder in der Lagune nach ihr geworfen hatten und wollte dem Volk zeigen, dass sie nun fliegen konnte und schrie stolz:

„Ich bin es „Nacken-Schildkröte“!

Kaum hatte sie dies ausgerufen, verlor die Arme ihren Halt und fiel zu Boden. Die Leute, die ihr Fleisch liebten, schnitten sie in Stücke und aßen sie auf.


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